

Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt (das Ende der ‚Bullshit-Jobs‘), konkrete Beispiele aus der 4-Wochen-Weiterbildungsindustrie sowie unsere positiven Praxiserfahrungen aus dem Leipziger Jobcenter und dem UNO.TEAM Mensch-KI-Coaching erweitert.
Bildungsträger werben heute aggressiv im Netz. Sie versprechen den schnellen Aufstieg: Von reinen Quereinsteigenden ohne Vorkenntnisse direkt zur oder zum gefragten „Machine Learning Engineer (m/w/d)“. Das Ganze kostet die Teilnehmenden nichts, denn der Staat zahlt alles über den Bildungsgutschein. Und wir alle schauen zu. Wir lassen zu, wie dieses System täglich sinnlos Geld verbrennt.
Wer Spezialist:in in einer Hochtechnologie werden will, investiert Jahre. Fachkräfte durchdringen die Mathematik, verstehen Statistik und schreiben jahrelang Code. Ein Kurs mit 850 Unterrichtseinheiten kratzt lediglich an der Oberfläche. Er erschafft keine fertigen Ingenieur:innen, die direkt in der Wirtschaft durchstarten.
Die Arbeitsuchenden zahlen den Preis. Sie opfern Zeit, schöpfen Hoffnung und schreiben Dutzende Bewerbungen. Die Firmen winken ab, weil die nötige Tiefe fehlt. Die Bildungsträger hingegen gewinnen immer: Sie füllen ihre Kurse mit Modewörtern wie „KI-Modellen“ und kassieren verlässlich das Geld vom Amt.
Doch die wahre Verantwortung liegt nicht bei den Sachbearbeiter:innen im Jobcenter. Sie liegt ganz oben. Sie liegt in den Ministerien. Dort sitzen die Entscheider:innen, die diese Milliardenverschwendung seit Jahren absegnen. Eine ganze Zertifizierungsmafia und eine gierige Bildungsindustrie leben prächtig von diesen staatlichen Fördertöpfen. Genau hier liegen die Milliarden, die der Staat streichen und einsparen muss.
Stattdessen wählt die Politik den einfachen Weg. Sie diskutiert darüber, bei den Schwächsten im Land zu sparen. Sie will bei den Grundsicherungsempfänger:innen kürzen, die Renten antasten und Sozialleistungen zusammenstreichen. Das ist zutiefst ungerecht. Wer den Staatshaushalt sanieren will, muss den Geldhahn für diese industriell organisierte Maßnahme-Verschwendung zudrehen. Wir müssen oben ansetzen und nicht unten.
Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt, reale Erfahrungen aus der Sprachmittlung im Leipziger Jobcenter (vom vermeintlichen „Tod der IT“ bis zu positiven Gegenmodellen) sowie unseren Lösungsansatz des UNO.TEAM Mensch-KI-Coachings erweitert.
Bildungsträger werben heute aggressiv im Netz. Sie versprechen den schnellen Aufstieg: Von reinen Quereinsteigenden ohne Vorkenntnisse direkt zur oder zum gefragten „Machine Learning Engineer (m/w/d)“. Das Ganze kostet die Teilnehmenden nichts, denn der Staat zahlt alles über den Bildungsgutschein. Und wir alle schauen zu. Wir lassen zu, wie dieses System täglich sinnlos Geld verbrennt.
Wer Spezialist:in in einer Hochtechnologie werden will, investiert Jahre. Fachkräfte durchdringen die Mathematik, verstehen Statistik und schreiben jahrelang Code. Ein Kurs mit 850 Unterrichtseinheiten kratzt lediglich an der Oberfläche. Er erschafft keine fertigen Ingenieur:innen, die direkt in der Wirtschaft durchstarten.
Mittlerweile hat dieses System eine neue Eskalationsstufe erreicht. Anbieter wie die Münchner OneCareer GmbH versprechen Arbeitsuchenden auf der Suche nach „sicheren Perspektiven“ allen Ernstes, sie in gerade einmal vier Wochen zur „KI-Managerin“ oder zum „KI-Manager“ auszubilden.
Ein Blick in den Lehrplan solcher Schnellkurse liest sich wie ein Fiebertraum aus englischen Modewörtern: In Woche zwei lernt man angeblich den Umbau von „Monolith zu Microservices“ sowie „MLOps für stabile KI-Systeme“, in Woche drei stehen „RAG-Architekturen“ und der „AI Act“ auf dem Plan, und in Woche vier meistert man „Non-Deterministisches Projektmanagement“ sowie die „Skalierung & Industrialisierung von KI“.
Die Arbeitsuchenden zahlen den Preis für diesen Etikettenschwindel. Sie opfern Zeit, schöpfen Hoffnung und schreiben Dutzende Bewerbungen. Die Firmen winken ab, weil die nötige Tiefe fehlt. Die Bildungsträger hingegen gewinnen immer: Sie füllen ihre Kurse mit blendenden Buzzwords und kassieren verlässlich das Geld vom Amt.
Wie weit diese Weiterbildungs-Märchen von der Realität entfernt sind und wie sehr uns hier jede gesellschaftliche Wahrhaftigkeit abhandengekommen ist, erlebe ich in den letzten Tagen hautnah bei meinen Einsätzen als Dolmetscher im Jobcenter.
Immer wieder begleite ich dort junge Menschen aus der Ukraine, die gerade das offizielle Anerkennungsverfahren zur Gleichstellung ihrer heimischen Abschlüsse und Qualifikationen durchlaufen haben. Viele von ihnen halten nun stolz den Bescheid in den Händen, dass ihr ukrainischer Abschluss in Deutschland vollwertig dem Beruf des Fachinformatikers gleichgesetzt wird – eine fundierte, mehrjährige technische Ausbildung.
Doch was bekommen diese jungen, echt qualifizierten Fachkräfte von immer mehr Sachbearbeiter:innen im Jobcenter zu hören? „Die IT ist tot.“ Man sagt ihnen unverblümt ins Gesicht, dass klassische Fachinformatiker auf dem aktuellen Markt überhaupt keine Chance mehr hätten, weil die Künstliche Intelligenz in der IT-Branche gerade alles kaputtmache.
Man muss sich diese Schizophrenie einmal vor Augen führen: Auf der einen Seite erklärt das System jungen Menschen mit einer vollwertigen, staatlich anerkannten Informatik-Ausbildung, ihr Berufsfeld sei durch KI am Ende. Auf der anderen Seite finanziert genau dasselbe System über Bildungsgutscheine 4-Wochen-Schnellkurse, in denen man fachfremden Menschen ein paar englische Begriffe aus der IT-Welt um die Ohren knallt – verbunden mit dem Werbeversprechen der Träger, dass angeblich 87 Prozent der Absolvent:innen danach sofort einen festen Job finden würden!
Das entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Es hat nichts mit jener Wahrhaftigkeit zu tun, die nicht nur in der Bahá’í-Religion als Fundament aller menschlichen Tugenden verankert ist, sondern ohne die jede gesunde Gesellschaft erodiert. Es ist organisierter Selbstbetrug auf Kosten der Steuerzahler und auf dem Rücken der Arbeitsuchenden.
Dass die 4-Wochen-Versprechen jeglicher Grundlage entbehren, zeigt auch der Blick in die deutsche Medien- und Digitalbranche. Selbst ausgewiesene Spitzenkräfte finden derzeit kaum noch Anstellungen. Auf LinkedIn berichtete jüngst Lena Großkortenhaus, eine Expertin mit über acht Jahren Berufserfahrung in Content Management, SEO und AEO (ehemals Senior AI Content Strategist bei BurdaForward), dass sie seit knapp sieben Monaten arbeitslos ist. Ganze Redaktionen und Digital Units werden geschlossen, Teams verkleinert und Aufgaben zunehmend durch KI übernommen.
Wir erleben das Ende einer Ära. Der Anthropologe David Graeber hat bereits vor Jahren wissenschaftlich festgestellt, dass ein großer Teil der Bevölkerung von der neoliberalen Ausbeutungsmaschine gar nicht mehr gebraucht wird. Von denjenigen, die noch feste Stellen hatten, war ein wachsender Teil ausgebrannt und frustriert, weil die Mehrheit dieser Positionen zu reinen „Bullshit-Jobs“ geworden war. Jetzt dezimiert die KI genau diese verbleibenden Stellen im Eiltempo, während die Gig-Economy und das Prekariat wachsen. Vor allem alleinerziehende, geflüchtete Frauen landen in der Grundsicherungs-Falle, aus der sie oft direkt in die Altersarmut und die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit rutschen – fernab der geschützten Räume von LinkedIn, wo sich die schrumpfende Mittelschicht verzweifelt an Jobs klammert, die es gar nicht mehr gibt.
Gleichzeitig stößt die rein industrielle Betrachtung von KI selbst an massive Grenzen: Sie ist aktuell durch gigantische Investorengelder subventioniert, verschlingt Unmengen an Energie und kocht zunehmend im eigenen Saft, weil sie mit Texten arbeitet, die selbst von KI generiert wurden. Sobald die Token-Kosten angehoben werden, um die Renditeerwartungen der Investoren zu erfüllen, wird menschliche Gehirn-Arbeit vielerorts wieder günstiger sein – zumal einer KI der entscheidende Faktor fehlt: menschliche Empathie und Fingerspitzengefühl.
Dass trotz dieser offensichtlichen Marktlage weiterhin Millionen in sinnlose Schnellkurse gepumpt werden, ist kein Versehen. Die wahre Verantwortung dafür liegt nicht bei den einzelnen Sachbearbeiter:innen im Jobcenter. Sie liegt ganz oben in den Ministerien. Dort sitzen die Entscheider:innen, die diese Milliardenverschwendung seit Jahren absegnen. Eine ganze Zertifizierungsmafia und eine gierige Bildungsindustrie leben prächtig von diesen staatlichen Fördertöpfen. Genau hier liegen die Milliarden, die der Staat streichen und einsparen muss.
Stattdessen wählt die Politik den einfachen Weg. Sie diskutiert darüber, bei den Schwächsten im Land zu sparen. Sie will bei den Grundsicherungsempfänger:innen kürzen, die Renten antasten und Sozialleistungen zusammenstreichen. Das ist zutiefst ungerecht. Wer den Staatshaushalt sanieren will, muss den Geldhahn für diese industriell organisierte Maßnahme-Verschwendung zudrehen. Wir müssen oben ansetzen und nicht unten.
Aus meinem aktuellen Ruhi-Kurs begleitet mich als Hausaufgabe ein Zitat aus den Schriften Bahá’u’lláhs:
„Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens.“
Während die Weiterbildungsindustrie Worte ihrer Bedeutung komplett entkleidet, um Fördergelder abzugreifen, stellt sich die Frage: Wo finden wir heute das Positive, das dieses Zitat einfordert? Wo entstehen Worte und Taten mit echter Wahrhaftigkeit?
Bei meiner Tätigkeit als freiberuflicher Sprach- und Kulturmittler (SprInt) im Leipziger Jobcenter durfte ich genau dieses hoffnungsvolle Gegenmodell erleben. Eine vor vier Jahren aus der Ukraine geflüchtete Frau berichtete mir begeistert von ihrer Tätigkeit in einer sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH), bei der Teilnehmende zwei Euro pro Stunde zusätzlich zur Grundsicherung erhalten. In einer Werkstatt kommen dort Frauen aus verschiedenen Kulturen mit Einheimischen zusammen, sprechen Deutsch, stricken, häkeln, klöppeln und flechten aus Papiermakulatur stabile Körbe.
Diese Körbe sind keine sinnlose Beschäftigungstherapie: Sie werden direkt in Leipziger Kindertagesstätten verwendet. Hier gibt es keine Aktionäre, keinen künstlichen Leistungsdruck und kein hohles Management-Vokabular, sondern den psychologischen Idealzustand des Menschen: Flow. Menschen sind nachweislich dann glücklich, wenn sie ihre Fähigkeiten nutzen können, um der Gesellschaft einen echten Mehrwert zurückzugeben.
Diese Werkstatt arbeitet im sogenannten Window of Viability (dem Fenster der Lebensfähigkeit): kurze, lokale Lieferketten, bei denen die Kinder und Mütter in den Kitas noch sehen, wie die Dinge mit den Händen hergestellt werden – krisenfest, organisch resilient und unabhängig von globalen Lieferketten oder Algorithmen.
Wir müssen aufhören, Milliarden in die unehrliche Illusion von 4-Wochen-Managern zu pumpen, und stattdessen das skalieren, was der Wahrhaftigkeit und den Menschen wirklich dient. Genau dafür treten wir bei UNO.TEAM an:
Wir zeigen Menschen – von der arbeitsuchenden Kommunikationsexpertin über den jungen ukrainischen Fachinformatiker bis hin zu Menschen in der Grundsicherung –, wie sie ihre eigenen Gedanken, ihr echtes Erfahrungswissen und ihre Talente frei einsprechen, mithilfe von KI strukturieren und in ihrer eigenen, unverfälschten Stimme formulieren.
Wenn wir den Sumpf der industriellen Maßnahme-Verschwendung trockenlegen, zur Wahrhaftigkeit zurückkehren und Technologie endlich nutzen, um menschliche Empathie und lokale Gemeinschaft zu stärken, schaffen wir eine Wirtschaft, die niemanden mehr zurücklässt. Dann kleiden wir Worte wieder in wahre Bedeutung.
Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt (das Ende der ‚Bullshit-Jobs‘), konkrete Beispiele aus der 4-Wochen-Weiterbildungsindustrie sowie unsere positiven Praxiserfahrungen aus dem Leipziger Jobcenter und dem UNO.TEAM Mensch-KI-Coaching erweitert.


Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt (das Ende der ‚Bullshit-Jobs‘), konkrete Beispiele aus der 4-Wochen-Weiterbildungsindustrie sowie unsere positiven Praxiserfahrungen aus dem Leipziger Jobcenter und dem UNO.TEAM Mensch-KI-Coaching erweitert.
Bildungsträger werben heute aggressiv im Netz. Sie versprechen den schnellen Aufstieg: Von reinen Quereinsteigenden ohne Vorkenntnisse direkt zur oder zum gefragten „Machine Learning Engineer (m/w/d)“. Das Ganze kostet die Teilnehmenden nichts, denn der Staat zahlt alles über den Bildungsgutschein. Und wir alle schauen zu. Wir lassen zu, wie dieses System täglich sinnlos Geld verbrennt.
Wer Spezialist:in in einer Hochtechnologie werden will, investiert Jahre. Fachkräfte durchdringen die Mathematik, verstehen Statistik und schreiben jahrelang Code. Ein Kurs mit 850 Unterrichtseinheiten kratzt lediglich an der Oberfläche. Er erschafft keine fertigen Ingenieur:innen, die direkt in der Wirtschaft durchstarten.
Die Arbeitsuchenden zahlen den Preis. Sie opfern Zeit, schöpfen Hoffnung und schreiben Dutzende Bewerbungen. Die Firmen winken ab, weil die nötige Tiefe fehlt. Die Bildungsträger hingegen gewinnen immer: Sie füllen ihre Kurse mit Modewörtern wie „KI-Modellen“ und kassieren verlässlich das Geld vom Amt.
Doch die wahre Verantwortung liegt nicht bei den Sachbearbeiter:innen im Jobcenter. Sie liegt ganz oben. Sie liegt in den Ministerien. Dort sitzen die Entscheider:innen, die diese Milliardenverschwendung seit Jahren absegnen. Eine ganze Zertifizierungsmafia und eine gierige Bildungsindustrie leben prächtig von diesen staatlichen Fördertöpfen. Genau hier liegen die Milliarden, die der Staat streichen und einsparen muss.
Stattdessen wählt die Politik den einfachen Weg. Sie diskutiert darüber, bei den Schwächsten im Land zu sparen. Sie will bei den Grundsicherungsempfänger:innen kürzen, die Renten antasten und Sozialleistungen zusammenstreichen. Das ist zutiefst ungerecht. Wer den Staatshaushalt sanieren will, muss den Geldhahn für diese industriell organisierte Maßnahme-Verschwendung zudrehen. Wir müssen oben ansetzen und nicht unten.
Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt, reale Erfahrungen aus der Sprachmittlung im Leipziger Jobcenter (vom vermeintlichen „Tod der IT“ bis zu positiven Gegenmodellen) sowie unseren Lösungsansatz des UNO.TEAM Mensch-KI-Coachings erweitert.
Bildungsträger werben heute aggressiv im Netz. Sie versprechen den schnellen Aufstieg: Von reinen Quereinsteigenden ohne Vorkenntnisse direkt zur oder zum gefragten „Machine Learning Engineer (m/w/d)“. Das Ganze kostet die Teilnehmenden nichts, denn der Staat zahlt alles über den Bildungsgutschein. Und wir alle schauen zu. Wir lassen zu, wie dieses System täglich sinnlos Geld verbrennt.
Wer Spezialist:in in einer Hochtechnologie werden will, investiert Jahre. Fachkräfte durchdringen die Mathematik, verstehen Statistik und schreiben jahrelang Code. Ein Kurs mit 850 Unterrichtseinheiten kratzt lediglich an der Oberfläche. Er erschafft keine fertigen Ingenieur:innen, die direkt in der Wirtschaft durchstarten.
Mittlerweile hat dieses System eine neue Eskalationsstufe erreicht. Anbieter wie die Münchner OneCareer GmbH versprechen Arbeitsuchenden auf der Suche nach „sicheren Perspektiven“ allen Ernstes, sie in gerade einmal vier Wochen zur „KI-Managerin“ oder zum „KI-Manager“ auszubilden.
Ein Blick in den Lehrplan solcher Schnellkurse liest sich wie ein Fiebertraum aus englischen Modewörtern: In Woche zwei lernt man angeblich den Umbau von „Monolith zu Microservices“ sowie „MLOps für stabile KI-Systeme“, in Woche drei stehen „RAG-Architekturen“ und der „AI Act“ auf dem Plan, und in Woche vier meistert man „Non-Deterministisches Projektmanagement“ sowie die „Skalierung & Industrialisierung von KI“.
Die Arbeitsuchenden zahlen den Preis für diesen Etikettenschwindel. Sie opfern Zeit, schöpfen Hoffnung und schreiben Dutzende Bewerbungen. Die Firmen winken ab, weil die nötige Tiefe fehlt. Die Bildungsträger hingegen gewinnen immer: Sie füllen ihre Kurse mit blendenden Buzzwords und kassieren verlässlich das Geld vom Amt.
Wie weit diese Weiterbildungs-Märchen von der Realität entfernt sind und wie sehr uns hier jede gesellschaftliche Wahrhaftigkeit abhandengekommen ist, erlebe ich in den letzten Tagen hautnah bei meinen Einsätzen als Dolmetscher im Jobcenter.
Immer wieder begleite ich dort junge Menschen aus der Ukraine, die gerade das offizielle Anerkennungsverfahren zur Gleichstellung ihrer heimischen Abschlüsse und Qualifikationen durchlaufen haben. Viele von ihnen halten nun stolz den Bescheid in den Händen, dass ihr ukrainischer Abschluss in Deutschland vollwertig dem Beruf des Fachinformatikers gleichgesetzt wird – eine fundierte, mehrjährige technische Ausbildung.
Doch was bekommen diese jungen, echt qualifizierten Fachkräfte von immer mehr Sachbearbeiter:innen im Jobcenter zu hören? „Die IT ist tot.“ Man sagt ihnen unverblümt ins Gesicht, dass klassische Fachinformatiker auf dem aktuellen Markt überhaupt keine Chance mehr hätten, weil die Künstliche Intelligenz in der IT-Branche gerade alles kaputtmache.
Man muss sich diese Schizophrenie einmal vor Augen führen: Auf der einen Seite erklärt das System jungen Menschen mit einer vollwertigen, staatlich anerkannten Informatik-Ausbildung, ihr Berufsfeld sei durch KI am Ende. Auf der anderen Seite finanziert genau dasselbe System über Bildungsgutscheine 4-Wochen-Schnellkurse, in denen man fachfremden Menschen ein paar englische Begriffe aus der IT-Welt um die Ohren knallt – verbunden mit dem Werbeversprechen der Träger, dass angeblich 87 Prozent der Absolvent:innen danach sofort einen festen Job finden würden!
Das entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Es hat nichts mit jener Wahrhaftigkeit zu tun, die nicht nur in der Bahá’í-Religion als Fundament aller menschlichen Tugenden verankert ist, sondern ohne die jede gesunde Gesellschaft erodiert. Es ist organisierter Selbstbetrug auf Kosten der Steuerzahler und auf dem Rücken der Arbeitsuchenden.
Dass die 4-Wochen-Versprechen jeglicher Grundlage entbehren, zeigt auch der Blick in die deutsche Medien- und Digitalbranche. Selbst ausgewiesene Spitzenkräfte finden derzeit kaum noch Anstellungen. Auf LinkedIn berichtete jüngst Lena Großkortenhaus, eine Expertin mit über acht Jahren Berufserfahrung in Content Management, SEO und AEO (ehemals Senior AI Content Strategist bei BurdaForward), dass sie seit knapp sieben Monaten arbeitslos ist. Ganze Redaktionen und Digital Units werden geschlossen, Teams verkleinert und Aufgaben zunehmend durch KI übernommen.
Wir erleben das Ende einer Ära. Der Anthropologe David Graeber hat bereits vor Jahren wissenschaftlich festgestellt, dass ein großer Teil der Bevölkerung von der neoliberalen Ausbeutungsmaschine gar nicht mehr gebraucht wird. Von denjenigen, die noch feste Stellen hatten, war ein wachsender Teil ausgebrannt und frustriert, weil die Mehrheit dieser Positionen zu reinen „Bullshit-Jobs“ geworden war. Jetzt dezimiert die KI genau diese verbleibenden Stellen im Eiltempo, während die Gig-Economy und das Prekariat wachsen. Vor allem alleinerziehende, geflüchtete Frauen landen in der Grundsicherungs-Falle, aus der sie oft direkt in die Altersarmut und die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit rutschen – fernab der geschützten Räume von LinkedIn, wo sich die schrumpfende Mittelschicht verzweifelt an Jobs klammert, die es gar nicht mehr gibt.
Gleichzeitig stößt die rein industrielle Betrachtung von KI selbst an massive Grenzen: Sie ist aktuell durch gigantische Investorengelder subventioniert, verschlingt Unmengen an Energie und kocht zunehmend im eigenen Saft, weil sie mit Texten arbeitet, die selbst von KI generiert wurden. Sobald die Token-Kosten angehoben werden, um die Renditeerwartungen der Investoren zu erfüllen, wird menschliche Gehirn-Arbeit vielerorts wieder günstiger sein – zumal einer KI der entscheidende Faktor fehlt: menschliche Empathie und Fingerspitzengefühl.
Dass trotz dieser offensichtlichen Marktlage weiterhin Millionen in sinnlose Schnellkurse gepumpt werden, ist kein Versehen. Die wahre Verantwortung dafür liegt nicht bei den einzelnen Sachbearbeiter:innen im Jobcenter. Sie liegt ganz oben in den Ministerien. Dort sitzen die Entscheider:innen, die diese Milliardenverschwendung seit Jahren absegnen. Eine ganze Zertifizierungsmafia und eine gierige Bildungsindustrie leben prächtig von diesen staatlichen Fördertöpfen. Genau hier liegen die Milliarden, die der Staat streichen und einsparen muss.
Stattdessen wählt die Politik den einfachen Weg. Sie diskutiert darüber, bei den Schwächsten im Land zu sparen. Sie will bei den Grundsicherungsempfänger:innen kürzen, die Renten antasten und Sozialleistungen zusammenstreichen. Das ist zutiefst ungerecht. Wer den Staatshaushalt sanieren will, muss den Geldhahn für diese industriell organisierte Maßnahme-Verschwendung zudrehen. Wir müssen oben ansetzen und nicht unten.
Aus meinem aktuellen Ruhi-Kurs begleitet mich als Hausaufgabe ein Zitat aus den Schriften Bahá’u’lláhs:
„Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens.“
Während die Weiterbildungsindustrie Worte ihrer Bedeutung komplett entkleidet, um Fördergelder abzugreifen, stellt sich die Frage: Wo finden wir heute das Positive, das dieses Zitat einfordert? Wo entstehen Worte und Taten mit echter Wahrhaftigkeit?
Bei meiner Tätigkeit als freiberuflicher Sprach- und Kulturmittler (SprInt) im Leipziger Jobcenter durfte ich genau dieses hoffnungsvolle Gegenmodell erleben. Eine vor vier Jahren aus der Ukraine geflüchtete Frau berichtete mir begeistert von ihrer Tätigkeit in einer sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH), bei der Teilnehmende zwei Euro pro Stunde zusätzlich zur Grundsicherung erhalten. In einer Werkstatt kommen dort Frauen aus verschiedenen Kulturen mit Einheimischen zusammen, sprechen Deutsch, stricken, häkeln, klöppeln und flechten aus Papiermakulatur stabile Körbe.
Diese Körbe sind keine sinnlose Beschäftigungstherapie: Sie werden direkt in Leipziger Kindertagesstätten verwendet. Hier gibt es keine Aktionäre, keinen künstlichen Leistungsdruck und kein hohles Management-Vokabular, sondern den psychologischen Idealzustand des Menschen: Flow. Menschen sind nachweislich dann glücklich, wenn sie ihre Fähigkeiten nutzen können, um der Gesellschaft einen echten Mehrwert zurückzugeben.
Diese Werkstatt arbeitet im sogenannten Window of Viability (dem Fenster der Lebensfähigkeit): kurze, lokale Lieferketten, bei denen die Kinder und Mütter in den Kitas noch sehen, wie die Dinge mit den Händen hergestellt werden – krisenfest, organisch resilient und unabhängig von globalen Lieferketten oder Algorithmen.
Wir müssen aufhören, Milliarden in die unehrliche Illusion von 4-Wochen-Managern zu pumpen, und stattdessen das skalieren, was der Wahrhaftigkeit und den Menschen wirklich dient. Genau dafür treten wir bei UNO.TEAM an:
Wir zeigen Menschen – von der arbeitsuchenden Kommunikationsexpertin über den jungen ukrainischen Fachinformatiker bis hin zu Menschen in der Grundsicherung –, wie sie ihre eigenen Gedanken, ihr echtes Erfahrungswissen und ihre Talente frei einsprechen, mithilfe von KI strukturieren und in ihrer eigenen, unverfälschten Stimme formulieren.
Wenn wir den Sumpf der industriellen Maßnahme-Verschwendung trockenlegen, zur Wahrhaftigkeit zurückkehren und Technologie endlich nutzen, um menschliche Empathie und lokale Gemeinschaft zu stärken, schaffen wir eine Wirtschaft, die niemanden mehr zurücklässt. Dann kleiden wir Worte wieder in wahre Bedeutung.
Update & Erweiterung (Oktober 2026): Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen auf dem KI-Arbeitsmarkt (das Ende der ‚Bullshit-Jobs‘), konkrete Beispiele aus der 4-Wochen-Weiterbildungsindustrie sowie unsere positiven Praxiserfahrungen aus dem Leipziger Jobcenter und dem UNO.TEAM Mensch-KI-Coaching erweitert.
