Thought #381

Systemisches Konsensieren: Mini-Test

1000 THOUGHTS

Seit 1995 entwickle ich in Abständen interaktive Multiple-Choice-Tests – auf ganz verschiedenen Websites und in den unterschiedlichsten Konstellationen. Für mich war schon immer klar: Eine Website darf keine Einbahnstraße sein. Ich möchte, dass Nutzerinnen selbst die Kontrolle darüber behalten, wie sie mit meinen Inhalten interagieren.

Außerdem haben solche Quizzes einen riesigen Vorteil: Sie zerlegen selbst komplexe Themen in kleine Häppchen. Und genau diese Häppchen lassen sich viel leichter verdauen und bleiben am Ende nachhaltig im Kopf hängen.

Für diesen ersten Test habe ich mir ganz bewusst ein Thema aus der Nische gesucht – getreu dem Long-Tail-Prinzip: das Systemische Konsensieren. Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht speziell, ist aber in Wahrheit ein zentrales, basisdemokratisches Instrument für die nächste gesellschaftliche Evolutionsstufe – die Soziokratie. Wer versteht, wie Konsensieren funktioniert, versteht, wie echte Entscheidungen ohne Verlierer möglich werden:

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Frage 1: Grundprinzip der Entscheidungsfindung

Was steht beim Systemischen Konsensieren im Mittelpunkt der Bewertung, um zu einer Entscheidung zu gelangen?

  • A) Die Messung der maximalen Begeisterung der Teilnehmenden für eine Option.
  • B) Der Gesamtwiderstand der Gruppe gegen die einzelnen Vorschläge.
  • C) Die Ermittlung der einfachen Mehrheit durch Ja- und Nein-Stimmen.
  • D) Die Kompromissbereitschaft der stärksten Minderheit.

Frage 2: Bepunktung und Skalierung

Wie wird bei der klassischen Bewertungsskala von 0 bis 10 eine Vergabe von 0 Punkten interpretiert?

  • A) Maximaler Widerstand bzw. Veto gegen den Vorschlag.
  • B) Enthaltung mangels Information.
  • C) Kein Widerstand bzw. volle Akzeptanz des Vorschlags.
  • D) Ungültige Stimmabgabe.

Frage 3: Die Funktion der „Null-Option“

Welchen Zweck erfüllt das Miteinbeziehen der sogenannten „Null-Option“ (Status quo / „Alles bleibt, wie es ist“) in den Abstimmungsprozess?

  • A) Sie schließt Vorschläge mit zu hohen Kosten automatisch aus.
  • B) Sie dient als Gradmesser, ob ein neuer Vorschlag überhaupt besser ist als das Beibehalten des Ist-Zustands.
  • C) Sie räumt der Moderation das Recht ein, das Verfahren bei Unstimmigkeiten abzubrechen.
  • D) Sie verdoppelt das Stimmgewicht von Personen, die sich enthalten wollen.

Frage 4: Ziel des Verfahrens

Welcher Hauptvorteil unterscheidet das Systemische Konsensieren von klassischen Mehrheitsentscheidungen?

  • A) Es garantiert, dass immer der Vorschlag mit dem höchsten Budget gewählt wird.
  • B) Es verkürzt Diskussionen, indem keine Gegenargumente zugelassen werden.
  • C) Es minimiert das Konfliktpotenzial in Gruppen und fördert tragfähige Lösungen mit hoher Gruppenakzeptanz.
  • D) Es führt mathematisch immer zu einer einstimmigen Entscheidung ohne Abweichungen.

Lösungen

Frage 1: B — Das Verfahren misst nicht die primäre Zustimmung, sondern den Gruppenwiderstand (in Widerstandsstimmen/W-Stimmen). Gewonnen hat der Vorschlag mit dem geringsten Gesamtwiderstand.

Frage 2: C — 0 W-Stimmen bedeuten „kein Widerstand“ (ich trage den Vorschlag voll mit oder habe keine Einwände). 10 W-Stimmen stehen für maximalen Widerstand bzw. Ablehnung.

Frage 3: B — Erhält ein neuer Vorschlag mehr Widerstandsstimmen als die Null-Option, ist er für die Gruppe schlechter als gar keine Veränderung.

Frage 4: C — Da der geringste Widerstand gesucht wird, gewinnen Lösungen, die für möglichst viele Beteiligte gut akzeptabel sind, statt eine überstimmte Minderheit zu erzeugen.

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